Fingerpicking: Mehr Dynamik mit Fingerstyle Spieltechnik für deine Songs

Beim Fingerpicking schlägst du die Saiten nicht mit dem Plektrum an, sondern mit deinen Fingern.
Genauer: Du zupfst die Saiten einzeln mit deiner Anschlaghand.

Das Tolle an dieser Spieltechnik: Du verleihst den Liedern, die du spielst viel mehr Dynamik.

Was ist Fingerpicking aka Fingerstyle?

Fingerpicking (auch gerne Fingerstyle genannt) umschreibt eine Spieltechnik, die die rechte Hand betrifft.

Statt die Gitarrensaiten mit einem Plektrum anzuschlagen, zupfst du die Saiten einzeln mit deinen Fingern – Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger – der Anschlaghand an.
Fingerpickings bestehen aus Mustern, die sich wiederholen.

Besonders gerne wird die Zupftechnik in den Genres Rock, Folk oder Blues verwendet.

Großes Plus: Du zupfst stets im Wechsel und kannst so schnellere und vielschichtigere Sequenzen spielen.

Wie wende ich Fingerpicking an?

Fingerpicking spielst du mit der rechten Hand – der Anschlagshand. Halte diese über dem Schalloch.

Der Daumen spielt die obersten drei (Bass-)Saiten, Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger verteilen sich in der logischen Reihenfolge auf die untersten drei Saiten.

Stahlsaiten zupfst du mit den Fingernägeln, Nylonsaiten mit den Fingerkuppen.
Du drückst die Saite nach unten und lässt los, sodass sich der Ton entfalten kann.

Deine Finger krümmen sich bei dieser Bewegung. Der Daumen allerdings bleibt gestreckt.

Tipp: Zupfe die Gitarrensaiten mit einer Bewegung aus den Gelenken heraus. Die Bewegung darf nicht aus der ganzen Hand kommen.

Einfaches Muster des Fingerstyle als Tab

Das Muster ist das entscheidende Merkmal des Fingerpickings. Die Spieltechnik besteht aus Sequenzen, die wiederholt werden und variiert werden können.

Wir haben für dich ein super einfaches Basis Muster herausgesucht, das du zum Üben verwenden kannst:

Fingerpicking Muster als Tabulatur

Das ist das Grundmuster zu Nothing Else Matters von Metallica (ja nicht das Ganze, wir wollen es ja vorerst einfach halten).

  1. Zupfe mit dem Daumen (1) die tiefe E-Saite.

  2. Zupfe mit dem Zeigefinger (2) die G-Saite.

  3. Zupfe mit dem Mittelfinger (3) die h-Saite.

  4. Zupfe mit dem Ringfinger (4) die hohe e-Saite.

  5. Pattern wiederholen, bis es flüssig läuft.

5 Tipps für’s Fingerpicking

1) Verwende Alaska Fingerpicks.

Manche Fingernägel sind nicht fürs Fingerpicking gemacht. Glücklicherweise gibts für solche Fälle die Alaska Fingerpicks – Plektren aus Kunststoff.
Diese setzt man sich auf den Finger – der vordere Ring (der wie ein Nagel aussieht) ersetzt den eigentlichen Fingernagel.

2) Halte deine Fingernägel der Anschlagshand kurz.

Zu lange oder ungefeilte Fingernägel lassen Gitarrensaiten kratzig klingen. Schneide die Fingernägel deiner Anschlagshand also kurz ab. Damit kannst du nicht leben?
Feile und poliere deine Nägel glatt.

3) Zupfen und loslassen.

Zupfe die Saiten kurz an und lasse sie los. Bleibe nicht mit dem Finger auf den Saiten liegen, nur um die Orientierung nicht zu verlieren. Springe auch nicht mit dem Finger von der Saite weg – das lässt den Ton nur unschön scheppern. Der Ton der gezupften Saite soll nachklingen.

4) Stütz dich ab.

Grundsätzlich solltest du deine Anschlagshand über dem Schalloch schweben lassen.
Damit du aber nicht völlig den Anschluss verlierst, kannst du deinen kleinen Finger, den du zum Zupfen nicht benötigst, unterhalb des Schallochs abstützen.
So hast du einen Orientierungspunkt, von dem aus du stets die richtigen Saiten erwischst.
Lass dabei die Bewegung aus dem Gelenk kommen.

5) Teile die Finger auf den Saiten auf.

Teile die Arbeit unter deinen vier Finger auf. Der Daumen bedient die obersten drei Saiten (Bassseiten) – tiefe e-Saite, a-Saite, d-Saite – der Zeigefinger die g-Saite, der Mittelfinger die h-Saite und der Ringfinger die hohe E-Saite.

5 Songs, die du mit Fingerpicking spielen kannst

Damit es nicht bei der Theorie bleibt, haben wir dir 5 unserer Favoriten ausgesucht, die man mit Fingerpicking spielen kann:

  • House of the Rising Sun

  • Blackbird – Paul McCartney

  • Landslide – Fleetwoodmac

  • Love Me Tender – Elvis Presley

  • Ain’t No Sunshine – Bill Withers

Alternative: Flatpicking

Bei dieser Alternative schlägst du mehrere Saiten gleichzeitig mit einem Plektrum und den Fingern an.

Mittelfinger, Ringfinger und kleiner Finger werden aber auch in das Spiel der Schlaghand miteinbezogen.
Mit dieser Technik kannst du schnell zwischen Melodie und Begleitung rotieren.
Mit Daumen und zeigefinger hältst du das Pick, der Mittelfinger ersetzt den Zeigefinger und der Ringfinger ersetzt den Mittelfinger.

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