Tabs lesen: Gitarren Tabs einfach erklärt

Wer keine Noten lesen kann (oder möchte), für den gibt es speziell bei den Instrumenten Gitarre und Bass eine einfache Abhilfe: Tabs (Tabulatoren). Hier hat man es nicht mit einem regulären Notensystem (Notation) zu tun, sondern mit einer stark vereinfachten, bildlichen Darstellung von Noten auf dem Griffbrett.

Unser Gitarrenlehrer Thomas hat hierfür ein Video für euch parat. Wer lieber lesen möchte, findet nach dem Video die nötigen Informationen im Text-Format.

Beispiel eines Tabs

Das folgende Beispiel zeigt einen einfachen Gitarren-Tab, die Linien stehen für die einzelnen Saiten auf einer Gitarre. Angefangen bei der tiefen E-Saite bis hoch zur hohen E-Saite. Die Nummern stehen für die Position des Fingers, auf dem Griffbrett repräsentieren sie den jeweiligen Bund. Wenn sie horizontal in einer Linie stehen, spielt man die Töne gleichzeitig.

Sind sie leicht versetzt, so spielt man sie knapp hintereinander.

Hier wird

der Bund 3 auf der E-Saite

Bund 6 auf der A-Saite

Bund 7 auf der D-Saite

Bund 4 auf der G-Saite

Bund 7 auf der H-Seite

Bund 4 auf der E-Saite

leicht versetzt nacheinander gespielt.

Bei einem C-Dur Akkord Tab sieht das z.B. so aus:

Tab Symbole erkennen und verstehen

Um wie vorhin erwähnt,  Hammer-Ons, Pull-Offs etc. zu identifizieren, hilft die folgende Übersicht über die verschiedenen Symbole:

p – pull off
/ – slide hoch
\ – slide runter
h – hammer on
b – bend string up
r – release bend
v – vibrato (oder ~)
t – Tap (Mit der rechten Hand)
x – “Note” sehr stark gedämpft spielen
n/ – Tremolo nach oben
\n – Tremolo nach unten
<> – Volumen ändern
PM – Palm Muting: Saiten werden mit dem Handballen der Anschlaghand abgedämpft

Beispiele für Spieltechniken mit Symbolen

Um euch die Symbole ein wenig näher zu bringen findet ihr hier Tab-Beispiele zum Nachspielen:

Hammer On

Ein Hammer-On wird ausgeführt, indem man eine Note anschlägt und die darauffolgende Note lediglich mit dem Finger antippt. Dadurch erklingt der Ton auf eine spezielle Art und Weise.

Pull Off

Beim Pull Off spielt man einen Ton und zieht den zweiten nach hinten runter. Man zupft die Saite mit dem Finger nach unten.

Bending

Hier wird die Seite nach oben gezogen:

Sondersymbole in Tabulaturen erkennen

h oder ^ = Streichen
Beispiel: 7h9 oder 7^9 → ursprünglicher Bund – h – gestrichener Bund
Wenn du “streichen” sollst, spielst du den ersten Ton wie gewohnt. Dann tippst du mit deiner Greifhand den nächsten Ton an, ohne diesen zu zupfen.

p = Zupfen
Beispiel: 9p7 → ursprünglicher Bund – b – gezupfter Bund
Gegenteil zum Streichen: Zupfe den einen Ton, während du den zweiten Ton greifst. Dann musst du schnelle den Finger des ersten Ton heben. Man hört nun den zweiten Ton.

b (Bending) = Gezogene Saiten
Beispiel: 7b9
Die Saite im 7. Bund wird so gedehnt, dass sie dem Ton im 9. Bund entspricht.

r = Loslassen
Beispiel: 7b9r7
Die Dehnung soll losgelassen werden.

/ oder \ = Slides
Beispiel: 7/9\7
Du spielst einen Ton, schiebst den Finger auf der Seite nach oben oder unten (ohne anzuheben) und spielst dann den nächsten Ton.
Aufsteigender Slide: „/“
Absteigender Slide: „\“

s = Legato-Slides
Du spielst nur die erste Note. Die zweite Note spielst du nicht direkt, sondern schiebst deine Finger zu dieser.

S = Shift-Slides
Für einen Shift-Slide spielst du die zweite Note, aber nicht die erste Note des Slides.

\n oder n/ = Tonhöhe absenken / anheben
Für einen tieferen Ton drückst du den Tremolohebel, für einen höheren Ton hebst du den Hebel an.

~ oder v = Vibrato
Lasse die Tonhöhe vibrieren, indem du einen Ton spielst, schnell die Saite ziehst und wieder loslässt.

x oder Punkt unter der Zahl = Dämpfen
Lege den Finger auf die Saite, die gedämpft werden soll, sodass ein dumpfes Geräusch ertönt.

PM = Dämpfen
Lege deine Hand neben dem Steg auf die Saiten. Spielst du dann die Töne mit der gleichen Hand klingen sie gedämpft. Je weiter du die Hand nach oben (Hals) hältst, desto stärker wirkt die Dämpfung.

t = Tappen
Beispiel: 5t12p
Mit der Zupfhand drückst (tappst) du fest auf den entsprechenden Bund.

< > = Natürliche Harmonien
Beispiel: <5>
Um natürliche Harmonien (besonders klare Töne) zu erzeugen, drückst du deinen Finger nicht wie gewohnt in die Mitte des Bunds, sondern über den Bundstab.

tr = Triller
Beispiel: 3tr5
Spiele den ersten Ton, schnell den zweiten, wieder den ersten und wieder den zweiten.

TP = Tremolo-Picking
Spiele den gleichen Ton so schnell wie möglich immer wieder.

Vorteile von Gitarren Tabs

Tabs helfen dir…

  • …die richtige Note zu identifizieren – es zeigt auf welcher Saite und welchem Bund der Ton zu finden ist

  • …herauszufinden, wann ein Pull-Off, Bending, Slide, Hammer-On oder sonstige Techniken verwendet werden

  • …festzustellen, welche Gitarren-Stimmung die Richtige ist oder in welchem Fall ein Kapodaster angebracht werden sollte

  • …zumindest ansatzweise den Rythmus zu finden, indem beschrieben wird, wie lang oder wie kurz ein Ton gespielt werden soll

Nachteile von Tabs

Gitarren Tabs helfen dir nicht, wenn…

  • …du exakte Angaben zu Notenlänge oder Rhythmus brauchst, wie das bei einem regulären Notensystem (Notation) der Fall ist

  • …du auf der Suche nach einem genauen Fingersatz bist

  • …du wissen möchtest, ob du ein Up- oder Downstroke verwenden sollst

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